Ein Hundeleben
Fünf Wochen in Italien
SIE geht mit mir zum See, endlich, habe schon lange darauf gewartet. Der See sieht etwas anders aus, als das letzte Mal, sehr grün.
Sie zögert, ehe sie mir einen Stock ins Wasser wirft. SIE sagt, es wären Algen und vielleicht nicht gut für mich. Menschen dürfen in diesem See nicht baden, hat Christina erzählt, Schuld daran sei eine Käserei, die diese Algenbildung verursacht. Gut, dass ich ein Hund bin. Ich liebe es, Stöckchen aus dem Wasser zu fischen, und Algen sind mir egal. Am liebsten habe ich es, wenn ich mich richtig anstrengen muss, das Stöckchen es zu schnappen. Weil schwimmen, das mach' ich nicht.
fang ich an zu weinen, manchmal hilft SIE mir dann mit einem anderen langen Stock und holt ihn näher, jetzt ist sie aber ganz unkonzentriert und macht nur Fotos.
Alles sei so trocken, sagen sie und es brennt wie Zunder. Christina hat erzählt, zwei Flugzeuge seien von Kroatien, eins von Italien und ein Hubschrauber von der Schweiz. Internationale Hilfe also. Ich lass mich aber davon nicht stören, so lange ich meine Stöckchen geworfen kriege.
Die reden auch davon, dass sie auf Regen hoffen. Gott bewahre. Es gibt hier schließlich keine Häuser, an denen ich mich entlangschleichen kann, um mich vorm Nasswerden zu schützen.
Mit Cleo, der Katze geht es mittlerweile recht gut, wie ihr sehen könnt,
Wir begrüßen und beschnuppern uns ganz freundlich. Sie läuft auch nicht mehr vor mir weg, das ist gut, da brauch ich auch nicht hinter ihr her zu rennen. Eigentlich ist es ganz nett, dass sie da ist. Ich glaube, sie interessiert sich mehr für mich, als ich für sie.
Jetzt endlich Regen, sagen sie. Wir haben Glück, weil es gerade dann, wenn wir spazieren gehen, nicht regnet. Wir gehen dann auf dem Fahrrad/Fußgänger Weg spazieren, der um den ganzen Vareser See geht. Das ist angenehm, weil es diese stacheligen Kastanien nicht gibt und SIE muss nicht über so viele Stiene steigen. Wir begegnen nicht nur Menschen- sondern auch Hundeseelen. Die Hunde sind alle an der Leine, SIE aber meint, ich könne ohne Leine herumrennen, weil es keine Fahrradfahrer gibt, nicht bei dem Wetter. Bisher hat sich auch noch niemand beschwert. SIE kommt mit einigen Menschen ins Gespräch. Ich glaube, das gefällt ihr.
Überhaupt scheinen die Menschen gern zu erzählen. Zum Beispiel diese Frau damals. Nachdem SIE sich gewundert hat, woher wohl die Menschen kommen, die da auf dem Gehweg gehen sollen
da hat SIE diese Frau gefragt, die ihr aber nicht geantwortet hat, wohl weil sie die Frage nicht verstanden hat, stattdessen SIE fragte woher sie käme und dann anfing zu erzählen. Ihre Großmutter sei aus Karlsruhe, hat sie erzählt dort habe sie ihren zukünftigen Mann getroffen, sei mit ihm hierher gezogen von den Kindern und Enkeln hat sie geredet und dabei auch viel ihre Hände gebraucht, während ich ganz ruhig und geduldig da stand. Ich bezweifle, dass SIE alles verstanden hat. Interessant war es trotzdem. Nur, woher nun die Fußgänger kommen, die da gehen sollen, das wissen wir nicht.




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